Mittwoch, August 20, 2008

Kobolde und Indianer

Heute früh haben wir schweren Herzens Moab nach drei Nächten dort wieder verlassen und uns auf einem kleinen Umweg auf den Weg nach Arizona gemacht. Erste Anlaufstation war der Goblin Valley State Park. Den Namen hat der Park wegen seiner koboldartigen Steinformationen, durch die wir quasi alleine (scheinbar ist der Park doch noch eher ein Geheimtipp) schlenderten und immer neue Gestalten und Ähnlichkeiten mit Personen und Tieren entdeckten. Auch im Park befindet sich der Little Wild Horse Canyon, ein Slot Canyon (eine Schlucht, durch nur manchmal Wasser führende Flüsse geformt, schmal im Durchlass mit hohen Wänden). In einem ausgetrockneten Flussbett sind wir dann ein Stück in der Canyon hineingewandert, als allerdings Kletteraktivitäten über mit Felsbrocken zugeschüttete Passagen angesagt gewesen wären, haben wir den Rückzug angetreten. Nach einigen heruntergeradelten Meilen tauchte dann der äußerste östliche Teil des Lake Powell in der Glen Canyon National Recreation Area auf. Eine sehr eindrucksvolle Landschaft, die man hier durch den Bau des Glen Canyon Staudamms von Menschenhand geschaffen hat. Ein weiteres Highlight war der Moki Dugway, ein ungeteertes Stück Straße, welches in Serpentinen in ein weites Tal hinab führte. Nach einer kurzen Fahrt in diesem Tal erreichten wir den Mexican Hat, ein Felsenhaufen, der an einen Mexikaner mit Sombrero erinnert. Danach war auch eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der USA nicht mehr weit: das Monument Valley, bekannt aus Zigarettenwerbungen, Cowboy- und anderen Filmen. Da sich das Monument Valley in einem Gebiet befindet, das den Navajo Indianern gehört, wollen natürlich auch die damit verdienen. Den Eintritt von 5 Dollars pro Person konnten wir ja noch verschmerzen, allerdings hätten wir uns dafür auch eine einigermaßen passable Straße gewünscht! Der Weg durch das Valley war 17 Meilen lang, staubig, ruppig, von Schlaglöchern übersäht und natürlich auf keinem einzigen Fleckchen auch nur ansatzweise geteert. Wir waren sehr froh über unser Auto, als wir sahen, wie die Leute in kleineren Autos, die logischerweise auch weniger Bodenfreiheit haben, sich durchquälten. Uns reichte die Strecke auch so! Böse Zungen behaupten, dass die Indianer den Rundweg absichtlich in so einem schlechten Zustand halten, um die von ihnen angebotenen Touren in offenen (!) Geländefahrzeugen (zur Erinnerung: es staubt unaufhörlich und schon beim kurzen Aussteigen hat man einen halben Kubikmeter Staub eingeatmet!) teuer anbieten zu können. Allerdings muss man wirklich sagen, dass der Anblick der Buttes (so nennt man diese Gebilde) schon ziemlich beeindruckend ist. Unsere heutige Unterkunft ist das Best Western Wetherill Inn in Kayenta. Dazu muss man wissen, dass dieser Ort auch im Indianergebiet liegt. Etwa 40% der Bewohner hier leben unter der Armutsgrenze, dementsprechend heruntergekommen schaut es hier auch aus. Nicht unerwähnt sollte auch bleiben, dass dies das teuerste Hotel (sogar mitten in San Francisco ist es günstiger!) der ganzen Reise ist (nur weil halt zufällig das Monument Valley in der Nähe ist). Am Service und Komfort ist dies allerdings nicht zu bemerken. Bis zu den Navajos ist das Dienstleistungsparadies wohl noch nicht vorgedrungen: Es war ein riesiger Akt, bis wir dann mit Hilfe der dritten Person, die sich uns angenommen hat, nach einer Viertelstunde bis in das Poolgebäude vorgedrungen sind...
Hier die Fotos!